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Jrg Ehni, Theaterautor und Regisseur ber Wolfgang Schukraft

Wolfgang Schukraft und seine Theaterei

In Ulm und um Ulm herum haben die meisten von ihm gehrt, viele haben ihn auf der Bhne gesehen, und viele haben ihn persnlich kennengelernt. Wolfgang Schukraft: Theaterleiter, Regisseur, Schauspieler, Autor. Natrlich ist das nicht alles, was er ist und kann, aber das Wichtigste ist es schon. Jedenfalls soweit es das Theater betrifft.

Am Anfang stand das Fernsehen in Suttgart, wo er von seinem 18. bis 21. Lebensjahr als Redakteur Produktionen betreute und als Autor Sendungen schrieb. Z.B. Deutschland deine Schwaben mit Willi Reichert. Dann gab es eine Begegnung und eine produktive Freundschaft mit dem Theateroriginal Theo Dentler, der damals mit seinen Publikumsmitspielen in Ulm fr Diskussionen sorgte. Danach folgten lange Jahre als Schauspieler und Spielleiter in Kleinbhnen in Ulm und Kiel. Schlielich entdeckte er, dass in seinem Kopf mehr Ideen zu Hause waren, als dass er sie unter fremder Leitung realisieren konnte. Er wollte sein eigenes Theater gestalten.

Herrlingen war die bewusste Wahl eines kleineren Ortes abseits groer Zentren, aber doch in erreichbarer Nhe von Ulm. Diese Entscheidung grndete sich auf die Hoffnung, dass ein Publikum nicht nur in die groen Stadttheater strmt, sondern dass es sich dorthin locken lsst, wo anspruchsvolles Theater gemacht wird. Eine belchelte Idee. Man prophezeite seiner Theaterei (erffnet 1986) ein schnelles Ende. Aber dieses Ende traf nicht ein. Nach ber 23 Jahren und ber 110 Premieren kann man mit Recht sagen, dass sich dieses kleine, kostbare Theaterunikat einen besonderen Platz im Kulturleben des Ulmer Raumes erworben hat. Bekannt geworden ist es lngst auch weit darber hinaus.
Ich habe vom lieben Gott viele Begabungen geschenkt bekommen - und ich sehe das auch als Geschenk, ber das ich mich freuen kann, auf das ich aber nicht stolz bin, sagt Wofgang Schukraft ber sich selbst. Und so spielt er Theater, inszeniert, schreibt seinen Kollegen ab und an ein Stck auf den Leib und versucht ein guter und genauer Theaterleiter zu sein. Wobei er die Knstler, die bei ihm arbeiten nicht als Kunstsklaven sieht, sondern sie als lngerfristige Mitarbeiter und Freunde zu gewinnen versucht. Und viele seiner Entscheidungen trifft er im Team oder im Zwiegesprch mit vertrauten Menschen, wobei seine Frau Suse zuallererst genannt werden muss.

Reich im materiellen Sinn ist er mit seinem Theater sicher nicht geworden. Aber wenn Reichtum auch Freude am Gelingen, Genugtuung ber den Erfolg, viele menschliche Begegnungen, Freundschaften, Anerkennung und Dankbarkeit bedeuten, dann kann er mit Fug und Recht behaupten, ein reicher Mann zu sein.

Sein Spielplan lsst viel von seinen eigentlichen Absichten erkennen. Er mchte von allem etwas. Er mchte nachdenklich machen, und er mchte sein Publikum zum Lachen bringen. Er will den literarisch anspruchsvollen Text, aber er begeistert sich auch fr eine gut geschriebene Boulevard- Komdie. Sein Motto ist: Ich darf in meinem Theater alles, nur nicht mein Publikum und mich langweilen. Eines ist sicher: Er ist immer bemht, Theaterstcke zu realisieren, die einen Anspruch haben. In seiner Theaterei soll nie unter Niveau gelacht werden. Von Anfang an zieht sich deshalb die Beschftigung mit groer Dichtung wie ein roter Faden durch das Programm. Walter Freis wunderbare Welt der Bcher ist in jngster Zeit ein monatliches Ausrufezeichen gegen die Verflachung der Sprache und die Nivellierung des Denkens. Dennoch ist Wolfgang Schukrafts Theater niemals pessimistisch. Er hat viel zu oft Rckschlge durchgestanden, um nicht genau zu wissen, das das Theater auch ein Kraftort ist. Ein Ort, der Menschen trstet, ermutigt, bereichert und letztendlich beweist, dass das Leben trotz allem lebenswert ist.

Wolfgang Schukraft und seine Theaterei ist eine Erfolgsgeschichte. Es ist aber nicht nur die Erfolgsgeschichte eines Schauspielers und Theaterleiters, sondern auch die Erfolgsgeschichte seines Publikums, das dieses Theater mitgeprgt hat. Max Reinhardt beschreibt es so: Was der Zuschauer dem Schauspieler zurckgibt, ist schwer zu beschreiben: Es ist die hchste Beglckung. Sie kann den Schauspieler bis an die uerste Grenze seiner Gestaltungskraft treiben, mehr noch, sie wird ihn weit darber hinaus erheben. Da ist keine Hyperbel. Die Imaginationskraft des Schauspielers hat sich verdoppelt, weil die ebensogroe Illusionskraft des Zuschauers hinzugekommen ist.